Eines vorweg – ja es geht. Man kann sich das Gitarrespielen selber beibringen.

Die Grundausstattung dafür besteht zunächst aus einer Gitarre, einer Stimmpfeife, ersten Noten und dem Schulungsmaterial. Sollte man in der glücklichen Lage sein, eine Gitarre geschenkt bekommen zu haben, dann braucht man sich über die Wahl der Gitarre selber keine Gedanken mehr zu machen. Hat man jedoch noch die Wahl, und muss das Instrument erst noch kaufen, sind zu Anfang sicher Wander- oder Westerngitarren die richtige Wahl. Diese Modelle sind leicht und mit „Darmsaiten“ bestückt. Diese Gitarren sind die typischen Lagerfeuergitarren. Da man die einzelnen Seiten beim Spielen kräftig drücken muss, tun die gerade zu Beginn nicht so weh, wie Gitarren mit Stahlseiten. Anders als bei Keyboards muss eine Gitarre vor Spielbeginn gestimmt werden. Wenn die Saiten nicht wirklich auf den richtigen Ton gespannt sind, klingt es anschließend nicht wirklich gut. Beim Stimmen der Saiten leistet eine Stimmpfeife wertvolle Hilfe. Damit ist das Instrument bereit …

Die Saiten laufen von der „Spannmechanik“ aus über einen Steg über den Gitarrenhals über das Schallloch über einen weiteren Steg und sind dort dann fest verankert. Durch „runterdrücken“ einer Seite mit der Kuppe eines Fingers der linken Hand (bei Linkshändern dann die rechte Hand) jeweils direkt vor einem Bund, wird die Saite „verkürzt“ und bringt damit beim Zupfen oder Schlagen über dem Schallloch einen höheren Ton. Die Kunst besteht nun darin, die richtigen Saiten eines „Akkordes“ an der richtigen Stelle auf den Guitarrenhals kräftig runterzudrücken. Dann kann der Akkord über dem Schallloch gezupft, geperlt oder geschlagen werden. Wie man das genau macht, beschreiben einschlägige Lehrbücher sehr gut. Alternativ dazu kann man sich entsprechende Videos aus dem Internet oder von DVD ansehen. Ob das dann allerdings noch als „selbst beigebracht“ gilt? Fakt ist und bleibt, dass man ein gutes Gehör und ein ordentliches Rhythmusgefühl benötigt. Beeindruckenderweise reicht dem Spieler das oft nicht – er beginnt dazu zu singen, um eine besseres Gespür für den Übungssong zu bekommen. Fest steht, dass das Gitarrenspielen einfach Spaß macht. Was wäre ein ordentliches Lagerfeuer mit guten Freunden ohne einen, der seine Gitarre rausholt und die Beatles oder Azzuro anstimmt – absolute Gitarrenklassiker.